Religion – PABUCA

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S’is a Kreiz mi’m Kreiz… auch in Niedernhausen. Ein bisschen habe ich ja schon in meinem Pabuca-Beitrag ‚Lost‘ angedeutet, dass es mit der hiesigen evangelischen Gemeinde seit einiger Zeit nicht zum Besten steht. Da war schon mal mehr Lametta. Wie das mit dem Katholiken hier im Ort aussieht, habe ich keinen Schimmer… aber wenigstens halten sie für eine nette Geschichte her, die (für mich) die Mentalität der Leute hier auch heute noch gut trifft:

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Maria hat sich an der katholischen (alten) Kirche inzwischen zur Ruhe gelegt. Ihr Haus wurde in den 80ern entweiht und derzeit findet dort der 5. Krimi-Frühling statt.

Vor der Umwidmung zum Kulturzentrum brachte diese Kirche jedoch auch schon ein skurrile Geschichte mit, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Im 19. Jhrt. fand man es in Niedernhausen an der Zeit, den ortsansässigen Katholiken eine eigene Kirche zu geben. Die mussten bis dahin nämlich in den Nachbarort laufen, um ihr Gotteslob an den Mann und die Frau bringen zu können. Am Bau der Kirche sollte sich neben Niedernhausen auch Königshofen beteiligen (der Ortsteil, in dem ich heute lebe). Der damalige Königshofener war jedoch nicht sehr spendabel. Darauf beschlossen die Niedernhausener, die Kirche nur für sich selbst zu bauen und errichteten sie nicht etwas in der Ortsmitte, sondern am äußersten Rand der Bebauung… so weit wie möglich weg von den Königshofenern und drehten ihnen somit eine lange Nase.

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Auch beim letzten Bild kann man sehen, dass es hier den Leuten mit dem Glauben nicht anders geht, als andernorts auch…

Mit Gott wollen die meisten nichts zu tun haben, aber den ein oder anderen Engel sieht man von Zeit zu Zeit gern. Und wenn er Ostereier segnet. Allein, auf den Schutzengel will man sich hier nicht verlassen. St. Florians Werkzeug steht zur Sicherheit parat.

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7 Gedanken zu “Religion – PABUCA

  1. Das Marienfoto sieht durch die Perspektive wirklich aus als ob es auf einer Totenwache wäre, weil ich zuerst dachte die Statue wurde abgenommen und dann auch den Boden gelegt.

    Kurz mal ne technische Frage: ich kann auf deiner Seite den Text nicht ganz lesen.. …die Sätze sind hinten alle abgeschnitten, bzw gehen ‚jenseits‘ des Textframes weiter. Geht das nur mir so?

  2. Eine ganz wunderbare Serie, das Schattenspiel ist klasse, bei der Maria gefällt mir die Perspektive super und der Engel mit dem Osterei ist irgendwie niedlich 🙂 auch wenn man sich doch nicht so ganz auf den Schutzengel verlässt.

    LG Soni

    1. Zur ‚Ehrenrettung‘ der Besitzer des Engels muss ich ergänzen, dass drei von vier Familienmitgliedern aktiv in der freiwilligen Feuerwehr sind. Vermutlich ist der Feuerlöscher also der Tribut an St. Florian 🙂

      Schön, dass Dir die Perspektive der Maria gefällt. Ich musste über meine eigenen Einfall lachen, weil ich gleich den Text im Kopf hatte. So macht mir Fotografieren am meisten Spaß: wenn sich die Bilder im Herzen und im Kopf mit denen verbinden, die ich im Außen entdecke.

    1. So geht es mir auch. Wenn ich mich auf solche Bilder einlassen kann (was nicht immer geht), dann hat der Kopf viel mehr zu tun als bei farbigen Bildern. Sie verlangen ein genaueres Sehen… und diese Herausforderung nehme ich gerne an.

      Sehr spannend finde ich, was im S/W-Format alles NICHT geht, obwohl man es doch mit dem bloßen Auge gut erkennen kann. Neongelbe Schrift auf grauem Beton z. B. sieht aus wie ein Fettfleck. Nicht besonders befriedigend 🙂

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