Lost – PABUCA

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Mitten im Ort stehen leere Häuser. Anders als in Städten, wo der Platz knapp ist, räumt hier niemand auf. Überhaupt ist Niedernhausen ziemlich unaufgeräumt. Hier stapelt man gern einmal unnützes Zeug hinterm Haus und niemand schert sich darum.

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Ein Blick durch eins der Fenster des leerstehenden Hauses von Bild I. Wie passend. Lost… verlassen, verloren. So manch einer im Ort, der sich verloren fühlte, hat die Gemeinschaft in dieser Kirche genossen und gefeiert. In den letzten Jahren gab es hier nicht mehr viel zu feiern. Eine Menge Porzellan wurde zerschlagen. Ich verfolge es aus der Ferne und auch mal mittendrin… und bin wenig zuversichtlich, dass sich diese Brüche wieder kitten lassen.

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Verlassen oder nicht… ich weiß es nicht. Keine 5 Minuten fußläufig von der Ortsmitte hauste in dieser Bude der örtliche Obdachlose. Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen. Die Leute gingen ihm aus dem Weg, wie sie es überall auf der Welt tun. Sie schauten durch ihn hindurch. Die Kinder hatten Angst vor ihm und gleichzeitig hänselten sie ihn von der sicheren Seite des Bachs. Wenn ich ihn bei meiner Halbdackel-Lüftung und -Entwässerung traf und freundlich grüßte, war er immer sehr erstaunt. Mir ist wohl eine ganz unchristliche Nächstenliebe zu eigen.

 

(Zur PABUCA-Projektbeschreibung hier lang.)

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8 Gedanken zu “Lost – PABUCA

  1. Ganz toller Einstand. Die Bilder süprechen durch sich selbst. Ich mag das erste am liebsten.
    Danke auch für die Erläuterungen. Die letzte Geschichte ist sehr traurig, was das Bild noch mehr auflädt, als es sowieso schon ist.

    1. Danke, Matthias!
      Das Fehlen ‚offensichtlicher‘ Motive ist für mich eine echte Herausforderung. An einigen der Themen, die Ihr schon bearbeitet habt, knabbere ich ganz schön herum. Zudem das S/W-Format mich bei manchen Ideen dann auch wieder einschränkt. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich die Herausforderung nicht auch lieben würde 😉

      1. Ja, das kann ich verstehen. In Frankfurt ist das ein ganzes Stück einfacher, da findet sich immer irgendwas passendes. Aber auch hier muss ich manchmal schwer nachdenken, wie ich den Fotos noch den spezifischen Bezug zu Frankfurt gebe…

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